Zwiebel

Die Zwiebel - Allium cepa L. var. cepa

 

Schon sehr früh wurde die Zwiebel genutzt. Bereits Darstellungen in Grabkammern in Pyramiden von 3000 - 2100v.Chr. lassen darauf schließen. Die Ägypter verehrten sie als Symbol des Mondes, für die Bauern am Nil war sie neben Brot eines der wichtigsten Nahrungsmittel.  Auch bei den alten Griechen kam sie laut Homer`s 11. Gesang der Ilias (8.Jhd. v. Chr.) zur "Stärkung nach schrecklichem Kampf" zusammen mit Honig, Wein und und "dem Mehl der heiligen Gerste" zum Einsatz. Bei uns kam sie wohl im frühen Mittelalter an. Man versuchte sie zum Schutz vor Cholera und Pest zu essen. Nach neueren Erkenntnissen könnte man sogar Erfolg damit gehabt haben. 

 

Inhaltsstoffe: 

Vitamine:                                                                   Vitamin C , B-Vitamine (B1, B2, B6, Folsäure).

Mineralstoffe & Spurenelemente:                          Hoher Anteil an Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen und Phosphor.

Sekundäre Pflanzenstoffe:                                      Quercetin (starkes Antioxidans) sowie Flavonoide.

Schwefelverbindungen:                                           Allicin und andere Sulfide (sie sind verantwortlich für das Tränen beim Schneiden)

Ballaststoffe:                                                              Inulin

 

Wirkungen:

Blutdrucksenkend

lipidsenkend (Blutfette senkend)

fibrinolytische Aktivität erhöht sich      => in Narbencremes/gels eingesetzt bei alten und frisch abgeheilten Wunden

thrombozytenaggregationsshemmend (langes Wort, heißt aber: quasi wie ASS - die Blutplättchen verklumpen nicht mehr miteinander, das Blut wird "flüssiger/dünner")

antiarteriosklerotisch (die Blutgefäße werden an ihrer Innenseite geschützt vor Ablagerungen) 

Antiasthmatisch (positive Wirkung auf die Lunge)  schleimlösend         => Zwiebelsaft bei Husten

antihyperglygämisch (wirkt sich senkend auf den Blutzuckerspiegel aus)

verdauungsanregend

antitumoral  ( also Krebsvorsorge - wo viel Zwiebeln gegessen werden, auch roh, gibt es weniger Magenkrebs) 

antibakteriell - natürliches Antibiotikum     => Zwiebelsackerl auf die Ohren bei Ohrenschmerzen! 

 

Narbengel: meine frisch gebackenen Müttern mit Kaiserschnitt rate ich dringend zu einer guten Narbenpflege. Dazu eignet sich sehr gut das Contractubex® Narbengel. Es enthält die Wirkstoffe der Zwiebel

 

Zwiebelsaft: Eine große Zwiebel schälen und fein hacken, 100 ml Wasser und 100 Gramm Kandis zugeben und bei schwacher Hitze einkochen, Sud durchsieben und 4 x tgl. 1 TL – bei Kindern von 2                            bis  6 Jahren – verabreichen. Sie können der Zwiebel noch einen Teelöffel Salbei und einen Teelöffel Thymian zugeben, was die schleimlösende Wirkung des Saftes noch verstärkt.

                      Erwachsene können 4x tgl 1 EL einnehmen.

oder kalt angesetzt: Eine große, frische Zwiebel schälen und in grobe Stücke schneiden. Anschließend gut mit Kandis-Zucker bedecken (ca. 2 EL) und in einem sauberen, verschlossenen                                                 Marmeladenglas in den Kühlschrank stellen. Nach einem halben Tag hat sich meist schon ein ausreichender, wohlschmeckender Saft gebildet. Kinder zwischen 2 und 6 Jahren sollten                               mehrmals täglich (maximal 4 x) einen Teelöffel nehmen. Erwachsene jeweils 1 EL

 

Zwiebelsackerl für die Ohren: eine kleine Zwiebel mitsamt der Schale klein hacken. In einer Pfanne ohne Fett ein bisschen erwärmen. In ein Zewa einwickeln und mit Mütze oder Stirnband fixiert auf                          die Ohren legen. 

                    (Ich weiß, dass ich mich dafür entschuldigen muss! Danach stinkt das gesamte Haus und auch die Haare müssen nach der Anwendung wahrscheinlich gewaschen werden... Dafür                                      verschwinden Ohrenschmerzen oft überraschend schnell mit dieser Zauberkur ;-)   ) 

 

Roh, gekocht oder gebraten? 

Zwiebeln enthalten sogenannte Thrombozytenaggregationshemmer (IVAA). Diese können dazu beitragen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Eine argentinische Studie aus dem Jahr 2012 hat untersucht, welche Auswirkungen verschiedene Zubereitungsmethoden auf den Gehalt der Hemmer haben. Die Ergebnisse zeigten, dass ganze Zwiebeln, geviertelte und zerkleinerte Zwiebeln ihren Gehalt nach spätestens 30 Minuten im Ofen verloren hatten, eine ähnliche Wirkung erzielte das Erhitzen in der Mikrowelle. Ausgiebiges Kochen der Zwiebeln hingegen schien die Blutplättchenaggregation eher zu stimulieren, als zu hemmen. Zudem werden beim Garen Nährstoffe wie Vitamine freigesetzt. Diese Phänomen ist zB auch bei Kohl zu sehen, der erst nach längerem Kochen vermehrt Vitamin C frei setzt, oder auch bei Tomaten, die erst beim Kochen das Superantioxidativum Lycopin bilden. 

Quellenangaben: 

<1> Co.med Ausgabe September 2015, Seite 48 ff , Dr. Stefanie Burkhardt-Sischka

Omas Lexikon der Kräuter und Heilpflanzen, 2005 , Weltbild Buchverlag, S453 ff

https://www.kinderaerzte-im-netz.de/media/53ec951f33af614b73009cbc/source/20060204210612_zwiebelsaft.pdf

Cavagnaro, P. F., & Galmarini, C. R. (2012): Effect of processing and cooking conditions on onion (Allium cepa L.) induced antiplatelet activity and thiosulfinate content. Journal of agricultural and food chemistry, 60(35), 8731–8737.

Nicastro, H. L., Ross, S. A., & Milner, J. A. (2015). Garlic and Onions: Their Cancer Prevention Properties. Garlic and Onions: Their Cancer Prevention Properties. Cancer prevention research, 8(3), 181–189.