Hier möchte ich gerne meine Lieblingsübungen vorstellen. So kann sie jeder ganz einfach zuhause noch einmal nachlesen und ansehen.
Viel Spaß beim Üben!
Eine meiner Lieblingsübungen!
Mit einem TENNIS -Ball werden die Fußsohlen ausmassiert.
Ausführung:
Man rollt die Füße mit schönem Schwung und auch mit etwas Gewicht aus dem Körper über den Ball. Man fängt vorne bei den Zehen an und rollt bis zur Ferse. Man kann den Druck variieren. Auch von der Mitte ausgehend zur Seite rollen.
Ist ein Punkt dabei etwas unangenehm oder sogar schmerzhaft, dann etwas vorsichtiger sein mit dem Druck. Ruhig etwas darauf stehen bleiben, kleine Kreise ausführen.
Anfangs nicht zu sehr übertreiben - es kann auch reizen und zu mehr Schmerzen führen, gerade wenn ein Fersensporn besteht oder sich anbahnt. Dafür regelmäßig 1-2 Minuten ca 3x täglich rollen. Dann kann man individuell steigern.
Am Ende kann man gute 5-10 Minuten ausmassieren.
Eine kleine Erinnerungshilfe kann es sein, wenn der Ball im Bad liegt und man während dem Zähneputzen auch die Füße massiert. Auch im Wohnzimmer während dem Fernsehschauen gut geeignet!
Die oberflächliche Rückenlinie (ORL) verläuft also von unten nach oben wie folgt:
Als knöcherne Bahnhöfe benutzt diese "Zugfahrt"
Da diese Linie u.a. den Sitzbeinhöcker als Ansatz hat, kann eine verspannte Fußsohle zu einem Beckenschiefstand führen, da sie insgesamt über die Muskeln einen Zug ausübt. Dies wiederum hat evtl Rückenschmerzen oder eine verspannte Rückenfaszie zur Folge. Da dieser Weg bis zum Kopf verfolgt werden kann, ist es sogar möglich, dass Verspannungen im Nackenbereich oder Kopfschmerzen über die Fußsohlen behandelbar sind.
Eine Entzündung der Plantarfaszie kann sehr schmerzhaft sein. Ursachen und Risikofaktoren sind
Oftmals geht die Symptomatik in einen Fersensporn über. Dieser bildet sich, da ein stetiger Zug der Faszie auf das Fersenbein(knochen) einwirkt. Der Körper reagiert auf diese dauerhafte Fehlbelastung mit Kalkablagerungen am Fersenbein, um die Sehne zu stabilisieren. Es bildet sich am Knochen ein kleiner knöcherner Dorn/Sporn.
Wenn man mit genügend Geduld und Übung die Plantarfaszie und auch die Waden! regelmäßig kühlt, dehnt und massiert, kann man die Entzündung und den Fersensporn wieder in den Griff bekommen.
Beckenschaukel - Ausgangsübung für eigentlich alle anderen Übungen dieser Reihe
Ausführung:
Die Atmung dazu nehmen:
Das Schaukeln des Beckens hilft, die Muskulatur zu mobilisieren, das kleine Becken mitsamt seinem Inhalt - den Organen - etwas besser zu durchbluten, die Rückenfaszie wird ebenfalls gelockert. Somit kann es eine große erste Hilfe bei Rückenschmerzen sein, auch bei einem Hexenschuss.
Als Vorübung trainiert man sie so lange, bis man es gut schafft Atmung und Bewegung zu koppeln. Irgendwann geht man dazu über Die AUSatem-Position zu halten und dennoch weiter zu atmen. Ein - Aus, Bauchmuskulatur zieht Schambein zu Nabel, die Körpermitte ist aktiviert, die Haftung der Lendenwirbelsäule zur Matte wird beibehalten! Sie klebt nahezu auf der Unterlage!
Dies ist das wichtigste bei all den anderen Übungen! Man darf die Spannung aus der unteren Bauchmuskulatur nicht verlieren. Sie muss immer bestehen bleiben und man muss sich stets aufs Neue selbst kontrollieren:
Stärkung der Rückenmuskulatur
Ausführung:
10-später 20 Wiederholungen á 3 Sätze. Diese Übung kann auch vorsichtig bei Bandscheibenprotrusionen gemacht werden.
Mit dieser Übung werden die kleinen Rückenmuskeln aktiviert und trainiert, die man mit normalen Rückenübungen nicht erreicht. Sie reagieren nur auf Vibration oder Balancieren. Es handelt sich um intrinsische Rückenmuskeln oder auch nur Tiefenmuskulatur genannt. Die tiefen Rückenmuskeln sind kurze Muskeln, die mit den Dorn- und Querfortsätzen der Wirbel verbunden sind. Manche überspannen bzw verbinden nur jeweils 2-3 Wirbel. Zur Tiefenmuskulatur gehören:
Da man bei dieser Übung durch die Bauchmuskulatur einen Druck über die Organe von oben ausübt, mit der Beinbewegung unter anderem den Hüftbeuger aktiviert, wird automatisch reflektorisch die kleine Rückenmuskulatur ebenfalls beansprucht. Das Element Balance ist eingebunden, da man immer gut darauf achten muss, dass das Becken stabil und die Lendenwirbelsäule abgelegt bleibt.
Stärkung der Rückenmuskulatur - für Geübte !
Ausführung:
Im Grunde Ausgangsposition wie oben, allerdings gehe ich nun bei der Ausatmung in die Brücke. Das Becken wird angehoben.
anfangs mit 10 Wiederholungen starten á 3 Sätze
bis zu 20 Wiederholung mit Pausen 3 Sätze
Kleines Becken entstauen
Ausführung:
Ausgangsposition wie oben beschrieben. Man ergänzt aber mit einem starken Theraband um die Knie, oder ein Gürtel, ein Schal oder ein Übungspartner.
Füße sind diesmal ganz nah beieinander! (Siehe Bild 5 unten)
Beginn mit Übung 1 zum Aufwärmen. Dann wird nach ein paar Atemzügen erweitert.
Bei der nächsten Einatmung wird das Becken angehoben in die Brücke.
15 Wiederholungen der Reihe und davon 3 Sätze
1
Einatmen
Becken wird angehoben
Bauch aktiv
2
Ausatmen
Knie gegen Widerstand auseinanderdrücken
Becken bleibt oben
Bauch aktiv
3
Einatmen
Knie wieder zusammen bringen
Becken bleibt oben
Bauch aktiv
4
Ausatmen
Becken wieder ablegen
Wirbel für Wirbel ablegen, evtl das Becken sogar etwas ins Hohlkreuz bewegen und wieder: Bauch aktiv - Lendenwirbelsäule flach, Schambein zu Nabel - wieder
Einatmen und bei Bild 1 beginnen
5
Hier nochmal die Anlage des Therabandes, des Schals etc. Man soll die Knie auseinander drücken können, aber sollte den Widerstand gut spüren. Sollte man einen Übungspartner zur Verfügung haben, sitzt dieser vor den Beinen und drückt von außen gegen die Knie, während angespannt wird. Ansonsten lässt er locker.
Die Übung dient zur allgemeinen Entstauung des kleinen Beckens. Sie kann angewendet bei:
Mobilisation des Iliosakralgelenks = ISG
Ausführung:
Position wie oben beschrieben - AUSatemposition
Handtuchrolle wird unter dem Kreuzbein positioniert. Relativ weit unten, eher Richtung Steißbein
Bauch aktiv - Steißbein zu Nabel
Füße ca hüftbreit aufgestellt
Mit dem Handtuch etwas experimentieren. Es kann nötig sein ein dickeres oder dünneres Tuch zu nehmen. Je nach Typ und Beckenbeschaffenheit. Es kann sein, dass es etwas drückt, auch während der Übung, sollte aber nicht schmerzhaft sein!
Nicht nur die Dicke, auch die genaue Position des Handtuches kann variieren. Versuche das Handtuch weiter nach oben oder unten zu legen, damit du "bequem" darauf liegst.
Einatmen = Bein abstellen = Entspannen
Ausatmen = Bein heben = Anspannung
Immer darauf achten, dass das Becken stabil bleibt, nicht wackelt. Solange der Bauch aktiv ist, Pomuskulatur locker, Lendenwirbelsäule (=LWS) schön flach abgelegt, ist diese Übung super, um das ISG zu mobilisieren und Blockaden zu lösen. Wer des Öfteren unter Blockaden leidet, kann dies auch zur Prävention in seinen Übungsplan einbauen.
ISG-Blockaden können sehr schmerzhaft sein. Es handelt sich um ein sensibles Gebiet, da hier viele Nerven entspringen und auch der Ischiasnerv davon betroffen sein kann. Eine Blockade in diesem eher Pseudogelenk kann Beschwerden verursachen, die einem Bandscheibenvorfall ähneln. Es kann nach unten in das Bein oder nach oben in den Rücken ausstrahlen.
Symptome einer ISG-Blockade
Das Sakrum (Kreuzbein) ist der dreieckige Knochen unterhalb der Wirbel. An ihm befindet sich links und rechts jeweils die Beckenschaufel, das Ilium. = Ilio-sakral-Gelenk.
Durch das Handtuch wird das Sakrum in seiner Position gehalten, mit der Beinbewegung das Gehen imitiert und die Beckenschaufel auf dem fixierten Sakrum mobilisiert.
Weitere unterstützende Maßnahmen bei ISG-Blockade sind:
Akut: Wärme (Wärmflasche), kurzzeitig Schmerzmittel.
Langfristig: Physiotherapie, osteopathische Techniken, Stärkung der Rumpfmuskulatur und des Beckenbodens
Mobilisation ISG - Variante für Geübte
Ausführung:
nur so weit gehen, dass es OHNE Schmerz bleibt und OHNE dass sich das Becken bewegt. Es soll durch die Aktivierung der Bauchmuskulatur sehr stabil bleiben.
Einatumg = Bein wieder hoch = Entspannung
Bauch aktiv
LWS stabil
Becken stabil
Mögliche Variation:
Das Bein nicht ganz absenken, sondern das Knie nach vorne schieben und somit das Bein strecken.
Isg Blockade lösen - Variante
Da das ISG eine Gelenkfläche aufweist, die die Form eines Revolverhalfters hat, müssen verschiedene Bewegungsrichtungen beachtet werden. Darum diese weitere Variante:
Ausführung:
Ausgangsposition wie oben
Füße aber ganz nah zusammen!
Füße ganz nahe zum Po rücken!
Bauch aktiv!
LWS abgelegt
Ausatmung = Knie nach außen fallen lassen = Anspannung
Ein Knie wird nach außen fallen gelassen
Bauch ist aktiv!
Nur so weit gehen, bis man merkt, dass das Becken kippen würde!
Einatmen = Knie wieder zurück = Entspannung
Das Knie wird wieder in Ausgangsstellung gebracht.
Bauch aktiv!
Bei der nächsten Ausatmung das andere Knie zur Seite fallen lassen.
Als weitere Möglichkeit kann man auch beide Knie gleichzeitig bei der Ausatmung nach außen fallen lassen. Hierbei ist es nicht ganz so schwierig die Balance auf der Handtuchrolle zu behalten. Dennoch muss immer auf den Rücken und den Bauch geachtet werden!
